Absicherung eines behinderten Kindes und Erhalt der Erbschaft durch Testament

Ein großes Anliegen von Eltern behinderter Kinder ist, diese auch nach dem eigenen Versterben gut versorgt zu wissen.

Mit der Erbschaft kommt das behinderte Kind zu Vermögen. Der Unterhalt und die Unterbringung des Kindes können fortan mit diesem Vermögen bestritten werden und der Sozialhilfeträger wird bisher erbrachte Leistungen zurückfordern. Auf kurz oder lang ist der Erbteil/Pflichtteil durch den Sozialhilfeträger aufgebraucht.

Ziel muss es daher sein:

  • Die Erbschaft soll dem Zugriff des Sozialhilfeträgers entzogen werden und nach dem Tode des behinderten Kindes entweder einer Einrichtung oder den Geschwistern zugutekommen.
  • Die Erbschaft soll dem behinderten Kind aufgrund der niedrigen Sozialhilfesätze zur Verbesserung seiner Lebenssituation dienen.

Dies lässt sich durch ein sog. „Behindertentestament“ erreichen:

  • Das behinderte Kind erhält einen Erbteil, der größer ist als sein Pflichtteil, idealerweise erhält es seinen gesetzlichen Erbteil. Erhält das behinderte Kind nur einen Erbteil in Höhe des Pflichtteils, so kann die Erbschaft ausgeschlagen werden und der Sozialhilfeträger erhält Zugriff auf den gesamten Pflichtteil.
  • Das behinderte Kind wird als Vorerbe und die Einrichtung oder die Geschwister als Nacherben eingesetzt.
  • Es wird eine Verwaltungstestamentsvollstreckung Dem Testamentsvollstrecker sind detaillierte Verwaltungsanweisungen aufzuerlegen, z.B. ein “normales“ Taschengeld auszubezahlen, angemessene Geburtstagsgeschenke etc.

Da es sich beim Behindertentestament um ein sehr komplexes und vielschichtiges Konstrukt handelt, raten wir dringend von der Errichtung ohne rechtsanwaltlichen Rat ab.

Gerne steht Ihnen Frau Rechtsanwältin und Fachanwältin für Erbrecht, Regine Nick in unseren Kanzleien in Ravensburg, Wangen oder Isny für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

Kanzlei & Postanschrift:
Rommelspacher Glaser Prüß Mattes PartG mbB
Fachanwälte | Steuerberater
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