Ehemann als Mitglied eines Hunderudels

Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte sich im Dezember 2016 als Beschwerdegericht mit der Frage zu befassen, wem Hunde, die als Haustiere für das Zusammenleben von Eheleuten bestimmt waren, nach der Trennung der Eheleute im Rahmen der Hausratsverteilung zuzuweisen sind.

Die getrennt lebenden Eheleute hielten sich sechs Hunde als Haustiere. Nach der Trennung der Eheleute nahm die Ehefrau die Hunde mit zu sich, zwei Tiere verstarben kurz danach. Der Ehemann beantragte darauf hin, zwei der verbleibenden Tiere im Rahmen eines familiengerichtlichen Hausratsverteilungsverfahren ihm zuzuweisen. Das Amtsgericht lehnte den Antrag Ehemannes ab und bestimmte, die Hunde sollen bei der Ehefrau verbleiben. Auch mit seiner Beschwerde gegen diese Entscheidung hatte Ehemann vor dem Oberlandesgericht Nürnberg keinen Erfolg. Die Richter hatten zu prüfen, ob einer der getrennt lebenden Eheleute eine engere Beziehung zu den Tieren hatte, darüber hinaus mussten Gesichtspunkte des Tierschutzes berücksichtigt werden. Bei all diesen Kriterien schnitten die getrennt lebenden Eheleute gleich ab. Entscheidend für den Senat war daher, dass „bei einer Zuweisung von zwei Hunden an den Ehemann das Rudel erneut auseinandergerissen würde. Die Hunde hatten sich in den vergangenen Monaten durch den Auszug aus dem ehelichen Anwesen, den Tod eines Teiles der Tiere, den Verlust des Ehemannes als Rudelmitglied und das Kennenlernen des Lebensgefährten der Ehefrau an zahlreiche neue Umstände gewöhnen müssen. Ein erneuter Umgebungswechsel und die Trennung von der seit einem dreiviertel Jahr maßgeblichen Bezugsperson ist den Hunden nach Auffassung des Familiensenats nicht zumutbar.“

 

Quelle: Beschluss des OLG Nürnberg vom 07.12.2016, AZ: 10 UF 1429/16)

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