Erbverzicht gegen Sportwagen ist sittenwidrig

Die Vereinbarung eines Vater mit seinem gerade 18 Jahre alt gewordenen Sohn, ihn für einen umfassenden Erbverzicht allein mit einem Sportwagen abzufinden, den er zudem nur dann erhalten soll, wenn er im Alter von 25 Jahren eine Berufsausbildung erfolgreich absolviert hat, ist sittenwidrig und deswegen unwirksam.

Ein Zahnarzt erwarb zunächst für rund 100.000 Euro einen Sportwagen für sich. Auch sein Sohn gefiel dieser Wagen. Wenige Tage nach dessen 18. Geburtstag fuhr der Zahnarzt mit seinem Sohn zu einem Notar. Dort vereinbarten die beiden einen Erb- und Pflichtteilsverzicht des Sohnes beim Tode seines Vaters. Zur Abfindung sollte der Sohn  nach Vollendung des 25. Lebensjahres den Sportwagen erhalten, sofern er bis dahin eine Ausbildung zum Zahntechnikergesellen und -meister mit sehr gutem Ergebnis abgeschlossen hatte. Eine weitere Gegenleistung des Vaters sah die Vereinbarung nicht vor.

Nach Ansicht des Oberlandesgericht Hamm geht so etwas nicht. Die Sittenwidrigkeit der Geschäfte ergebe sich aus einer Gesamtwürdigung der Vereinbarungen.

Die Gegenleistung des Sportwagens gegen den Erbverzicht habe ein erhebliches Ungleichgewicht zu Lasten des Sohnes. Der umfassende Erbverzicht gelte unabhängig vom Eintritt der Bedingungen, Abschluss der Ausbildung, für die Überlassung des Sportwagens. Der Vater erlangt den Erbverzicht möglicherweise ohne Gegenleistung, wenn auch nur eine der Bedingungen nicht erfüllt würde.

Außerdem müsse auch der Wertverlust des Sportwagens berücksichtigt werden. Bis zum 25. Lebensjahr des Sohnes werde das Auto erheblich an Wert verloren haben.

Außerdem sei der Sohn in der Wahl seiner beruflichen Karriere übermäßig  eingeschränkt, einen Berufswechsle lasse die Vereinbarung eigentlich nicht zu.

Zudem habe der Vater die jugendliche Unerfahrenheit seines Sohnes zu seinem Vorteil ausgenutzt.

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