Wechsel des Reisenden bei Pauschalreisen

Der lang geplante Sommerurlaub steht vor der Tür. Sie können den Urlaub aber leider nicht antreten, da die Hochzeit eines Freundes oder ein wichtiger beruflicher Termin ansteht.
Kann auch eine andere Person Ihre Reise antreten?
Bis zum Reisebeginn kann der Reisende gemäß § 651 b BGB verlangen, dass statt seiner ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt.
Der Reiseveranstalter kann einer Vertragsübertragung lediglich widersprechen, wenn der Dritte den besonderen Reiseerfordernissen nicht genügt (z.B. auf Grund seines hohen Alters oder Gesundheitszustands bei einer Sportreise) oder seiner Teilnahme gesetzliche Vorschriften oder behördliche Anordnungen entgegenstehen (z.B. fehlendes Visum).
Welche Kosten kann der Reiseveranstalter bei einem Wechsel der Reisenden geltend machen?
In einem Berufungsurteil des Landgerichts München I gegen den FTI-Veranstalter
Big Xtra bestätigt das Gericht, dass jeder Pauschalurlauber bis zum Reisebeginn vom Veranstalter „verlangen“ kann, dass statt seiner eine andere Person die gebuchte Reise antritt. Fallen dabei für den Veranstalter „Mehrkosten“ neben dem Reisepreis an, darf er diese nicht an die beteiligten Urlauber weitergeben. Dies auch dann nicht, wenn er sich das in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) so vorbehalten hat.
Solche Aufwendungen sind nur dann umlegbar, wenn sie ihre Ursache in Verwaltungskosten haben. Höhere Flugpreise, welche im Rahmen eines von den Airlines durchgeführten Ertragsmanagements anfallen, gehören zum „Kostenrisiko“ des Reiseveranstalters und können nicht weitergegeben werden (LG München I – 30 S 25399/14).
„Umlegbar sind lediglich die Kosten der Übertragung des Reisevertrages selbst,
nicht die Kosten des Yield Managements (Führich, ReiseR, 2.Auflage, § 6 Rn. 14).
Neben dem Reisepreis haften die Reisevertragspartner als Gesamtschuldner für den Reisepreis und die Verwaltungskosten.
Deshalb sollten Sie darauf achten, dass die Person, die in den Vertrag eintritt, auch zahlungsfähig ist. Der Reiseveranstalter kann auf Grund der gesamtschuldnerischen Haftung die Kosten gegenüber dem ursprünglichen Vertragspartner geltend machen.

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