Keine Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge bei nur schriftlicher Kommunikation der Eltern

Die Situation von getrennt lebenden Eltern, die sich weiterhin gemeinsam um ihre Kinder kümmern wollen, ist für diese nicht immer einfach. Als Paar gibt es keine Beziehungsebene mehr, als Eltern stehen die getrennten Personen jedoch nach wie vor in einer gewissen Beziehung. Das Oberlandesgericht Brandenburg hat über einen Sorgerechtsantrag eine Mutter zu entscheiden gehabt und beschlossen, dass allein der Umstand, dass die Eltern nur schriftlich miteinander kommunizieren, nicht zwingend für die Aufhebung der gemeinsamen Sorge spricht, wenn die Kinder durch die nicht optimale Kommunikation zwischen den Eltern nicht belastet werden.

Das Kindeswohl ist hierbei maßgebliches Kriterium für die Aufhebung der gemeinsamen Sorge. Aus gesetzgeberischer Sicht besteht zwar kein Vorrang zugunsten der gemeinsamen elterlichen Sorge, wenn sich die Eltern getrennt haben. Es besteht aber auch keine gesetzliche Vermutung dahin, dass die gemeinsame Sorge nach der Trennung der Eltern weiterhin die für das Kind beste Form der Wahrnehmung elterliche Verantwortung ist. Gleichwohl kommt der bestehenden gemeinsamen Sorge jedoch ein hoher sozialpolitischer Wert zu. Auch von einer Trennung betroffenen Kindern soll das Bewusstsein, dass die Eltern für sie weiterhin Verantwortung tragen, nur dann genommen werden, wenn die Auflösung der gemeinsamen elterlichen Sorge ihrem Wohl entspricht.

Von den Eltern wird in jedem Fall ein gewisses Maß an Kommunikationsfähigkeit erwartet. Sofern diese Kommunikation jedoch noch auf irgendeine Weise – sei es auch nur schriftlich – stattfindet, spricht diese Tatsache nicht automatisch für eine Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge.

(Quelle: OLG Brandenburg, Beschluss vom 16.07.2015, 10 UF 209/14)

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Antje Rommelspacher

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