Flächenangaben im Mietvertrag – ein schwieriges Problem für Vermieter

Es kommt gar nicht so selten vor, dass der Vermieter sich über die tatsächliche Größe der von ihm vermieteten Wohnung nicht im Klaren ist. Was aber passiert, wenn sich später herausstellt, dass die Wohnung viel größer ist als bei Mietvertragsabschluss gedacht?

Kann dann die Miete in einer Größenordnung erhöht werden, dass der ursprüngliche Mietpreis im Verhältnis zur Fläche laut Mietvertrag an die tatsächliche Fläche angeglichen wird?

Diese Frage war der Rechtsprechung lange Zeit umstritten, doch der BGH (Urteil vom 18. November – VIII ZR 266/14) hat sich nun ganz klar gegen eine unbegrenzte Erhöhung ausgesprochen und festigt damit seine mieterfreundliche Rechtsprechung. Auch wenn sich der Vermieter also bei Abschluss des Mietvertrags über die tatsächliche Wohnungsgröße irrt und somit einen zu niedrigen Mietpreis im Verhältnis zur Fläche angibt, bleibt eine Erhöhung nur bis maximal zur Kappungsgrenze möglich.

Die für Vermieter hierdurch bestehende Problematik wird dadurch noch verstärkt, dass es verschiedene Berechnungsmethoden für Flächen gibt die z.B. in Konstellationen im Altbau oder Neubau ganz unterschiedliche Ergebnisse mit hohen Abweichungen als Resultate haben. So wird z.B. bei der Berechnung eines Balkons bei der Geschossflächenberechnung (DIN 227) ein völlig anderer Wert herauskommen als bei der Wohnflächenberechnung (WOFlV). Wer also im Mietvertrag eine Flächenangabe einträgt sollte zugleich auch angeben, nach welcher Berechnungsmethode diese berechnet worden ist und sich sicher sein, dass die Berechnung zutreffend ist, weil ansonsten z.B. Minderungsmöglichkeiten des Mieters bestehen.

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Rechtsanwalt Dr. Boris Mattes
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