Mindestlohn gilt auch für Praktikanten

der Bundestag hat am 3.7.2014 das Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie verabschiedet, der Bundesrat dem Gesetz am 11.7.2014 zugestimmt. Die Verkündung erfolgte am 15.8.2014 (BGBl. I, 1348). Den Schwerpunkt dieses Artikelgesetzes bildet das Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (Mindestlohngesetz – MiLoG), wonach jedem Arbeitnehmer ab dem 1.1.2015 ein gesetzlicher Anspruch auf einen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro je Zeitstunde zusteht. Gemäß § 22 Abs. 1 MiLoG werden auch Praktikanten als „Arbeitnehmer“ im Sinne dieses Gesetzes behandelt. Ausgenommen vom Mindestlohn sind explizit alle Praktikanten ohne Berufsabschluss unter 18 Jahren sowie Pflichtpraktika von Schülern, Auszubildenden und Studenten; freiwillige ausbildungs- oder studienbegleitende Praktika bis zu drei Monaten sowie Praxisphasen während eines dualen Studiums. Praktikanten außerhalb einer Ausbildung oder eines Studiums mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studienabschluss sowie freiwillige Praktika begleitend zu Studium oder Ausbildung, wenn bereits ein solches Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat, haben nun immer Anspruch auf eine angemessene Vergütung, wenigstens aber den Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde. Gleiches gilt für freiwillige ausbildungs- oder studienbegleitende Praktika oder ausbildungsunabhängige Praktika zur Orientierung bei der Berufs- und Studienwahl, deren Dauer drei Monate übersteigt – hier entsteht sogar rückwirkend ab dem 1. Tag des Praktikums der Anspruch auf den Mindestlohn.
Hier wird es für Berufsanfänger, die nach dem Studienabschluss oder einer Ausbildung versuchen, sich über ein Praktikum für eine Festanstellung in einem Unternehmen zu empfehlen, deutlich schwerer, den Weg ins Berufsleben über ein solches Praktikum zu finden. Sofern ein solches freiwilliges Praktikum nämlich die Dauer von drei Monaten übersteigt, ist der Arbeitgeber verpflichtet, von Anfang an 8,50 Euro pro Stunde zu zahlen.

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