Urlaub vom (Sonder-)Urlaub?

Nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) ist alleine das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses Voraussetzung dafür, dass ein Arbeitnehmer Anspruch auf Erholungsurlaub hat. Ob der Arbeitnehmer tatsächlich gearbeitet hat, ist hierfür unmassgeblich. Dies mag in den Fällen noch nachvollziehbar sein, in denen ein Arbeitnehmer wegen Krankheit überhaupt nicht arbeiten konnte. Hier entspricht es ständiger Rechtsprechung, dass ein Mitarbeiter auch während der Krankheit Urlaubsansprüche erwirbt. Das Erholungsbedürfnis ist gerade nach längerer Erkrankung besonders groß – dem trägt das BUrlG u.a. dadurch Rechnung, dass der Urlaub gewährt werden muss, wenn der Arbeitnehmer dies im Anschluss an eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation verlangt (§ 7 Abs. 1 S. 2 BUrlG).
Weniger Verständnis werden Arbeitgeber dagegen für eine aktuelle Entscheidung des Bundesarbeitgerichts vom 06.05.2014 haben, nach der ein Anspruch auf gesetzlichen Erholungsurlaub auch in Zeiten unbezahlten Sonderurlaubs entsteht. Hat der Arbeitnehmer nämlich bei seinem Arbeitgeber unbezahlten Sonderurlaub beantragt und erhalten, hindert die Befreiung von der Arbeitspflicht, d.h. die Suspendierung der wechselseitigen Hauptpflichten aus dem Arbeitsverhältnis grundsätzlich nicht das Entstehen gesetzlicher Urlaubsansprüche (so BAG, Urteil vom 06.05.2014 – AZ.: 9 AZR 678/12).
Den Arbeitgebern kann nur angeraten werden, auch diesen Sonderfall im Arbeitsvertrag zu berücksichtigen und den übergesetzlichen Mehrurlaub auch wegen dieser Rechtsfolgen vertraglich auszusparen.

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