Immobiliendarlehen – Widerruf ohne Ende?

Bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung können die Darlehensnehmer den Darlehensvertrag auch noch Jahre nach Abschluss widerrufen, denn wenn die Widerrufsbelehrung fehlerhaft war, beginnt die Widerrufsfrist unter Umständen überhaupt nicht zu laufen.

Wird der Vertrag durch den Widerruf gelöst, so entsteht auch keine Nichtabnahmeentschädigung oder eine Vorfälligkeitsentschädigung. Dies kann zu immensen Kostenersparnissen für den Darlehensnehmer führen.
Doch welche Anforderungen gibt es an die Widerrufsbelehrung?

Zunächst einmal haben sich die maßgeblichen Vorschriften in den vergangenen Jahren immer wieder erheblich geändert, so dass die Anforderungen ebenfalls einer starken Fluktuation unterlagen. Pauschal davon auszugehen, weil irgendein Gericht einmal eine Widerrufsbelehrung für ungültig gehalten hat, dies sei immer der Fall, wäre also ein trügerischer Fehler.

An einer sorgsamen Prüfung durch einen Rechtsanwalt wird man also nicht umhin kommen.

Dennoch gibt es natürlich ein paar generelle Punkte, die als Grundanforderungen an eine wirksame Widerrufsbelehrung gestellt werden. Zum einen muss die richtige Widerrufsfrist genannt sein und der Verbraucher darüber belehrt werden, dass sein Widerruf an keine Voraussetzungen gebunden ist und vor diesem Hintergrund ohne Angabe von Gründen erfolgen kann, in der Regel allerdings zumindest in Textform also per E-Mail oder Telefax erfolgen muss.

Häufige Fehler in den Widerrufsbelehrungen gibt es bei der notwendigen, zutreffenden Belehrung über den korrekten Beginn der Frist. Denn oftmals wird nicht deutlich, mit welchem Ereignis die Frist zu laufen beginnt und welche Unterlagen und Informationen dem Verbraucher zu diesem Zeitpunkt mindestens ebenfalls vorliegen müssen. Denn neben der Widerrufsbelehrung selbst muss der Verbraucher in der Regel auch den Vertrag oder eine Kopie zu diesem Zeitpunkt in Händen halten, sonst beginnt die Frist nicht zu laufen.

Zu alledem muss die Widerrufsbelehrung noch so klar und deutlich gefasst sein, sodass sie den Verbraucher nicht verwirrt oder sonst missverständlich ist.
Parallel muss überprüft werden, ob eines der vom Gesetzgeber vorgesehenen Muster verwendet wurde, denn dann gilt in der Regel, dass das verwendete Muster den gesetzlichen Anforderungen genügt. Problematisch kann jedoch auch dies sein, denn das Muster wurde im Laufe der Jahre mehrfach überarbeitet und wer ein veraltetes verwendete, kann sich auf den gesetzlichen Schutz nicht berufen.

Haben sie auch Fragen zur Widerrufsbelehrung Darlehensvertrag? In unserer Kanzlei steht Ihnen Rechtsanwalt Dr. Boris Mattes gerne bei allen Problemen und Immobilien und Darlehensverträgen zur Verfügung.

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