Im Winter Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller beachten

Im Winter können viele Baustellen nicht weiterbetrieben werden. Baufirmen führen dann immer “Schlechtwetter” an. Ob dieser Einwand im Einzelfall durchgreift ist oftmals nicht eindeutig und bedarf in manchem Fall einer gerichtlichen Klärung.

Faktische Beschränkungen werden den Baufirmen oftmals bei der Verwendung von Baustoffen gesetzt. Hersteller erstellen zu ihren Bauprodukten sog. Verarbeitungsrichtlinien, die regelmäßig fortgeschrieben werden. Diese schreiben bspw. vor, bis zu welchen Temperaturen und äußeren Rahmenbedingungen Baustoffe verarbeitet werden dürfen. Als Beispiel angeführt werden können bituminöse Abdichtungen im Kellerbereich, wie auch Verputzarbeiten.

Solche Herstellerrichtlinien können – mangels anderer einschlägiger DIN-Vorschriften u. a. – oftmals die anerkannte Regel der Technik repräsentieren. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, drohen oftmals auch Bauschäden. Dies sollten Bauherren bedenken, wenn sie Baufirmen – oftmals unberechtigt – zur Eile und Fortsetzung von Arbeiten drängen. Erst recht ist dies zu bedenken, wenn die Baufirma unter Hinweis auf Verarbeitungsrichtlinien sogar einen Bedenkenhinweis formuliert. Dabei gilt im Grundsatz: Verzögert sich durch schlechtes Wetter die Bauzeit, hat die Baufirma in der Regel auch keinen Anspruch auf zusätzliche Vergütung. Im Zweifel aber sollte der betroffene Bauherr – und gleiches gilt für die Baufirma – den Rechtsrat ihres Baurechtsanwalts hinzuziehen.

 Quelle: ARGE Baurecht

 Ihr Baurechtsanwalt in Ravensburg steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung.

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