Kindesbedarf bei sehr hohen Elterneinkünften

Die Berechnung des Kindesunterhalts richtet sich in den meisten Fällen nach der Düsseldorfer Tabelle. Diese hat zwar keinen Gesetzescharakter, ist aber eine Richtlinie für Anwälte und Gerichte, damit nicht in jedem Einzelfall der Bedarf des Kindes genau berechnet werden muss. Die Düsseldorfer Tabelle ist in Einkommensstufen aufgeteilt und endet bei einem unterhaltsrechtlich relevanten Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen von 5.100 €.

Ein minderjähriges Kind leitet seinen Lebensbedarf von dem seiner Eltern ab. Für den Unterhalt von Kindern getrennt lebender Eltern sind regelmäßig die Einkommensverhältnisse des barunterhaltspflichtigen Elternteils und nicht des betreuenden Elternteils maßgebend. Für das Maß des Kindesunterhalts gibt es aber keine allgemein gültige obere Sättigungsgrenze.

Wenn der barunterhaltspflichtige Elternteil ein Einkommen hat, das über das der höchsten Stufe der Düsseldorfer Tabelle hinausgeht, kann diese nicht einfach fortgeschrieben werden. Das Kind hat seinen konkreten Bedarf darzulegen. Mit Hilfe des sozialhilferechtlichen Mindestsachbedarfs, der zum einen ins Verhältnis zu Mindestunterhalt und dann auch ins Verhälnis zum Bedarf nach der höchsten Stufe der Düsseldorfer Tabelle gesetzt werden muss, kann man Anhaltspunkte für die Angemessenheit der jeweiligen Beträge bekommen, die ein Kind für Nahrung, Kleidung, Wohnung, Gesundheitspflege Freizeit usw. geltend machen kann.

Hierbei darf aber nicht vergessen werden, dass bei höheren Einkünften des Unterhaltspflichtigen nur eine maßvolle Erhöhung des Unterhalts infrage kommt, denn der Unterhaltsanspruch ist im Wesentlichen durhc das „Kind sein “ geprägt.

Für Fragen des Familienrechts steht Ihnen Frau Rechtsanwältin und Fachanwältin für Famlienrecht Antje Rommelspacher gerne zur Verfügung.

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